08. Mai 2014

Zusammenfassung zum Vortrag „Fracking“

Zusammenfassung zum Vortrag „Fracking“ von Herrn Prof. Dr. Albert Daniels am 8. Mai im Haus Hackenfort in Stadtlohn

In einem etwa zweistündigen Vortrag erläuterte Herr Prof. Daniels den etwa 30 erschienenen, von der FDP Ortsgruppe Stadtlohn geladenen Bürgerinnen und Bürgern in einer sehr kurzweiligen und spannenden Erzählweise die komplexen technischen Zusammenhänge des Frackings.

Im ersten Teil des Vortrages wurden verschiedenen Typen von Erdgaslagerstätten, konventionell und unkonventionell, dargestellt. Daran anschließend erläuterte Herr Prof. Daniels die verschiedenen Gewinnungsmethoden für Erdgas. Dabei wurde klar herausgestellt, dass das Thema Fracking nicht in einem zwingenden Zusammenhang mit der Gasgewinnung aus unkonventionellen Lagerstätten steht. Fracking wird ebenfalls für die Gasgewinnung aus konventionellen Gas und Öllagerstätten angewandt, es ist letztendlich „nur“ eine Methode, die Durchlässigkeit einer mehr oder weniger porösen Gesteinsformationen für Gase und Flüssigkeiten zu verbessern. Fracking wird u.a. auch in der tiefen Geothermie angewandt. Die Tätigkeit des Frackens an sich, das Aufbrechen der Lagerstätte, ist auch nicht mit dem Einsatz von chemischen Zusatzstoffen verbunden, das ist ein ganz anders Kapitel.

In den Medien wird häufig eine sachlich nicht korrekte Verschmelzung der drei Begriffe Fracking, unkonventionelle Lagerstätten und chemische Zusatzstoffe vorgenommen. Das mag daher kommen, dass nach heutigem Stand der Technik eine Gewinnung von Gas aus diesen Lagerstättentypen nicht ohne das hydraulische Aufbrechen der Gesteinsformationen (hydraulic fracturing) und der Konditionierung des Bohrloches durch Additive möglich ist.

Nachdem die grundsätzlichen Zusammenhänge von Lagerstättencharakteristiken und Gewinnungsmethoden erläutert wurden, konnte der Einstieg in das eigentliche Thema erfolgen.

Zunächst wurde erläutert, mit welcher Bohrtechnik die Bohrungen erstellt werden, insbesondere das abgelenkte Bohren, um in die zur Gasgewinnung in frage kommende Lagerstättenformation zu gelangen. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei der Abdichtung des Bohrloches zur Oberfläche und der Abschirmung der einzelnen Grundwasserhorizonte gewidmet.

Danach ging es dann zum eigentlichen Fracken über, dem Aufbrechen der Lagerstätte. Dieser an und für sich unspektakuläre Vorgang wird erst wieder interessant, wenn es um das Einbringen der Stützkörper (Fracksand) und die Vorbereitung und Aufrechterhaltung der Gasentnahme geht. Hier fing dann auch der „chemische“ Teil des Vortrages an, in dem die Verwendungszwecke der unterschiedlichen Chemikalien erläutert und die jeweilige technische Erfordernis zu den einzelnen Verwendungszwecken anschaulich erläutert wurden.

Der nächste Themenblock beschäftigte sich mit den potentiellen Gefahrenstellen an und in dem Bohrloch, sowie deren Gefährdungspotenzial. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Behandlung und der Verbleib des bei dem Frackprozess in nicht unerheblichen Mengen anfallenden, durch chemische Additive und durch Formationswasser (z.T. kontaminiertes Wasser aus dem Untergrund) belasteten Wassers, dem so genannten „Flowback“.

Abschließend wurde ein mögliches Szenario zur Erschließung einer größeren Lagerstätte unter Zuhilfenahme des Frackings vorgestellt. Die dabei zu behandelnden, vor allem durch ihre beachtlichen Dimensionen hervorstechenden Themen der Logistik, der Landinanspruchnahme und der Entsorgung des Flowbacks wurden sehr anschaulich aufgezeichnet. Erst bei der Betrachtung des Frackings in diesen Größenordnungen wurde den Zuhörerinnen und Zuhörern die neue Dimension der Risiken, die mit der großmaßstäblichen Anwendung dieser Technologie einhergeht, bewusst. Zur Bewertung des Nutzens wurden die Potenziale der unkonventionellen Lagerstätten in Deutschland und der Welt vorgestellt, in Relation zu den Ressourcen anderer energetischer Rohstoffe. Die Einordnung der heimischen Gasgewinnung in die Energiebilanz Deutschlands von heute und in den möglichen Szenarien der Zukunft, rundete das Bild ab.

Die Zuhörerinnen und Zuhören sind nach dem Vortrag in der Lage, die komplexen technischen Themen rund um das Fracking zu erkennen und sind weiterhin in der Lage, die energiepolitische Bedeutung der unkonventionellen Lagerstätten einzuordnen. Die Bewertung der Risiko-Nutzen Abschätzung muss nun jeder für sich vornehmen.

Zusammenfassunf zum Vortrag "Fracking"

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